Session 03 — Session Note (21.05.2026)
DSA 4.1 — Grenzlande Andergast/Nostria
SUMMARY
Acht Tage Warten enden, als der Königsmacher Linhart von Zornbold mit vier geharnischten Rittern auf Burg Thurana einreitet. Erlmann hat Gerwulf da längst den Coup gegen den König offenbart und gräbt nun die furchterregende Wahrheit über den grauen Magier aus, dessen Feuer einst eine ganze Rüstung zu Rost werden ließ.
KEY EVENTS
- Erlmann und Gerwulf verbringen acht Tage mit Bibliotheksstudium und Waffentraining, bis Linhart eintrifft.
- Erlmann sucht Gerwulf abends in dessen Kammer auf; beide einigen sich aufs Duzen per Vorname.
- Arnbold serviert gewärmten Brandywein und wird dann für den Abend entlassen.
- Erlmann legt Gerwulf den Zornbold-Brief Zeile für Zeile aus: ein Coup gegen den König.
- Gerwulf ist als Thronkandidat vorgesehen; Linhart entscheidet, doch Gerwulf kann den Eindruck beeinflussen.
- Erlmann verschweigt Gerwulf bewusst, dass Linhart selbst ein Magier ist.
- Am achten Tag trifft die Gesandtschaft ein: vier Ritter in Platte und Linhart in grauer Robe.
- Die ganze Familie von den Nebelblumen empfängt Linhart aufgereiht und herausgeputzt.
- Linhart verneigt sich vor Orbon und Gerwulf und zieht sich mit Orbon zum Privatgespräch zurück.
- Erlmann liest (Menschenkenntnis): Linharts prüfender Blick auf Gerwulf fiel positiv aus.
- Stiefmutter Rendra ist verstimmt, dass Linhart ihren Sohn Steinrich keines Blickes würdigte.
- Über Erlmanns Schwert-Andeutung erkennt Gerwulf, dass Linhart ein besonderer Magier ist.
- Erlmann erklärt die Garreth-Akademie der Kampfmagier, hochrestriktiv und eng an die Praios-Kirche gebunden.
- Gerwulf erinnert sich (Kriegskunst) an Linharts Schlacht gegen Nostria: Feuerball-Magie und verrostete Rüstung.
- Alle warten im Speisesaal auf Orbon und Linhart; Cut.
KEY DISCUSSIONS
- Gerwulf und Erlmann klären die Anrede und gehen zum Duzen per Vorname über, ein Zeichen von Nähe und Vertrauen.
- Erlmann macht den Königscoup unmissverständlich und stellt Gerwulf vor die Wahl, ihn zu verfolgen oder bewusst zu vereiteln.
- Welche Tugenden Linhart in einem künftigen König sehen will, bleibt offen; vermutlich die konservativen Werte des Hauses Zornbold.
- Gerwulf fragt, warum Erlmann als Adliger kein Schwert führt, und erschließt daraus Linharts Magier-Status.
- Erlmann erläutert die Garreth-Akademie, die Gilde der Kampfmagier und deren strenge, käuflich nicht zu umgehende Aufnahme.
- Gespräch über Linharts Gefährlichkeit: unbekannte Magie und mögliche Menschendurchschauung; Erlmann mahnt eindringlich zur Vorsicht.
- Gerwulf prüft misstrauisch (Menschenkenntnis), ob sein Hofmagier sich nur wichtigtut, statt ihm einfach zu glauben.
REVEALED CHARACTER FLAWS
- Gerwulf — Selbstüberschätzung: Stellt sich ohnehin ständig vor, im Königsgewand auf einem Wagen zu stehen; Krone und Umhang genügen ihm.
- Gerwulf — Misstrauen: Würfelt sogar darauf, ob sein eigener Hofmagier sich nur wichtigtut, statt ihm zu glauben.
- Gerwulf — Standesdünkel: Reduziert den Unterschied von Kaiser, König und Bauer auf „eine Kategorie für die, die unten buckeln".
- Gerwulf — Gesichtswahrung: Tut betont desinteressiert und gibt vor, sich kaum an den brisanten Brief zu erinnern.
- Erlmann — Herablassung: Hält Linharts Magier-Status vor Gerwulf zurück, „Details, von denen du eh nichts verstehst".
- Erlmann — Ausweichen: Weicht Gerwulfs direkter Schwert-Frage so lange aus, bis dieser ihn darauf festnagelt.
- Erlmann — Berechnung: Wertet jede Miene der Familie aus, statt schlicht Anteil zu nehmen.
KEY CHARACTER CHANGES
- Gerwulf und Erlmann gehen zum vertraulichen Duzen über; ihr Bündnis wird persönlicher und enger.
- Gerwulf ist nun voll eingeweiht: Der Königscoup ist ausgesprochen, und er bekennt sich offen zur Kandidatur.
- Gerwulf muss erstmals einen echten Gegenspieler einschätzen und beginnt, Linharts Magie ernst zu nehmen.
- Erlmann etabliert sich als unverzichtbarer Berater, der Gerwulf durch Wissen und Vorsicht lenkt, dabei aber selektiv offen bleibt.
- Rendra tritt klarer als ehrgeizige Mutter hervor, die für ihren Sohn Steinrich Ansprüche wittert.
- Mit Linharts Ankunft kippt die Lage vom Planen ins Beobachten: die Prüfung des Kandidaten hat begonnen.
WORLDBUILDING
- In Andergast dürfen Magier per Gesetz kein Schwert tragen; ein Schwert ist ein Prestigeobjekt des Adels.
- Auch Bauern oder Standlose dürfen kein Schwert führen, höchstens einen Sachs oder ein Jagdmesser.
- Einzige Ausnahme: Abgänger der Akademie zu Garreth dürfen laut Abschlussdokument ein Schwert tragen.
- Die Akademie heißt vollständig „Kaiserlich-garretisches Lehrinstitut der angewandten kombativen Magie vom Schwert und Stabe zu Garreth".
- Sie bildet die Kampfmagier der „weißen Gilde" aus und ist eng mit der Praios-Kirche (Wahrheit und Ordnung) verflochten.
- Die Aufnahme ist hochrestriktiv: fast nur Adlige und nur überdurchschnittlich Begabte; selbst Kaisersöhne werden bei zu wenig Talent abgewiesen.
- Sich einzukaufen ist zwecklos und wegen der Praios-Bindung sogar gefährlich.
- Das Curriculum umfasst den Zauber Respondami (Wahrheitszwang), der eine Ja/Nein-Antwort erzwingen kann (nur Spielerwissen, den Charakteren unbekannt).
- Linhart von Zornbold ist knapp über 50, stämmig, halbglatzig bei vollem blondem Haar und mit falkenartigen Gesichtszügen.
- Linhart führt Magierstab und Schwert am Gurt sowie einen Siegelring nebst weiteren Gold- und Silberringen.
- Vor etwa 15 bis 20 Jahren tat sich Linhart in einer Schlacht gegen Nostria hervor, damals als Marschall.
- In jener Schlacht warf er gewaltige Feuerball-Magie und ließ im Duell die Plattenrüstung eines feindlichen Feldmarschalls zu einer Statue verrosten.
- Ein hoher Gast wird standesgemäß mit aufgereihtem Hofstaat und vorausreitenden Boten empfangen.
- Das Gebot der Gastfreundschaft verlangt, Gäste rasch zu bewirten, selbst zu unüblicher Tageszeit.
PREVIOUSLY ON
Zuvor auf Burg Thurana...
Acht lange Tage füllte Erlmann mit dem Staub der Bibliothek und Gerwulf mit Schweiß auf dem Übungsplatz, ehe der Hofmagier endlich an die Kammertür seines Herrn klopfte. Bei gewärmtem Brandywein und im Schein des Kaminfeuers sprach er aus, was die verschnörkelten Briefe nur flüsterten: Es ist ein Coup gegen den König, und Ihr, Gerwulf, sollt der Kandidat sein. Aus zwei misstrauischen Adligen wurden in dieser Nacht Verbündete, die einander beim Vornamen nennen. Dann, am achten Tag nach dem Mittagsmahl, rollte die Gesandtschaft heran: vier Ritter in blanker Platte und in ihrer Mitte ein grauer Greis mit Magierstab, Schwert und falkenscharfem Blick. Linhart von Zornbold verneigte sich, musterte den jungen Ritter mit wohlwollendem Auge und verschwand mit dem alten Orbon hinter verschlossenen Türen. Doch in den Kriegschroniken fand Gerwulf, womit dieser sanfte Greis einst eine Schlacht entschied: ein Meer aus Feuer und eine feindliche Rüstung, die unter seinem Zauber zu rostender Stein erstarrte. Nun wartet die Familie am gedeckten Tisch, das Schwert verborgen, der Wahrheitszwang im Köcher des Gastes. Was wird Linhart bei Tisch von seinem Kandidaten verlangen? Und ahnt Gerwulf, dass ein einziges falsches Wort ihn mehr kosten könnte als die Krone? Mehr davon beim nächsten Mal...